Wochenbericht zum Rohstoffmarkt 29.06.2026 - 05.07.2026
AI Market Digest
Der globale Rohstoffmarkt verzeichnete in der Woche vom 29. Juni bis zum 5. Juli 2026 eine uneinheitliche Entwicklung zwischen den verschiedenen Branchen, vor dem Hintergrund eskalierender geopolitischer Risiken und sprunghaft gestiegener Logistikkosten in Vietnam. Neue militärische Spannungen in der Ukraine und in Russland sowie die Tatsache, dass die Seefrachtkosten in Vietnam Berichten zufolge „heißer“ laufen als während der COVID-19-Pandemie, haben die Lieferketten und die Endpreise der Waren stark unter Druck gesetzt.
GRUPPE: Agrarrohstoffe
Die Preise für wichtige Agrarrohstoffe behielten in der vergangenen Woche ihren leichten und stabilen Aufwärtstrend bei, obwohl der Druck durch die Logistikkosten die Gewinnspannen der Exportunternehmen bedroht.
- Kakao: Verzeichnete einen wöchentlichen Anstieg von 1,1 % und schloss am 05.07. bei 5.036,00 USD/mt (ca. 132,43 Millionen VND/Tonne). Dies ist ein außergewöhnlich hoher Preis im Vergleich zum Monatsdurchschnitt (4.025,00 USD), was darauf hindeutet, dass das Angebot weiterhin knapp ist.
- Arabica-Kaffee: Hielt sich bei 302,16 UScents/lb (+0,32 %), was etwa 175,17 Millionen VND/Tonne entspricht. Trotz der Stabilität gegenüber der Vorwoche bleibt dieser Preis in einem historisch hohen Bereich.
- Mais: Stieg um 0,95 % auf 425,00 UScents/bu. Die leichte Erholung der Maispreise spiegelt die stabile Nachfrage nach Futtermitteln wider.
- Sojabohnen: Stiegen um 0,49 % und erreichten 1.131,80 UScents/bu (ca. 10,93 Millionen VND/Tonne).
Ursachen und Hintergrund: In Vietnam warnt der Verband für Logistik und Seehäfen von Ho-Chi-Minh-Stadt vor sprunghaft steigenden Transportkosten, die sich direkt auf die Wettbewerbsfähigkeit der Agrarexporte auswirken. Zudem sorgen die Bedenken hinsichtlich des EU-Beitrittswegs der Ukraine (einem bedeutenden Agrarexporteur) für eine vorsichtige Stimmung auf dem weltweiten Getreidemarkt.
GRUPPE: Metalle
Edelmetalle und Industriemetalle stiegen aufgrund der Nachfrage nach sicheren Häfen angesichts der militärischen Unruhen in Osteuropa gemeinsam im Preis.
- Gold: Stieg in der Woche um 1,15 % und erreichte am 05.07. einen Stand von 4.170,30 USD/toz, was etwa 132,21 Millionen VND/Tael entspricht. Der Russland-Ukraine-Konflikt mit Angriffen auf Saporischschja und die Krim hat Investoren dazu veranlasst, wieder in Gold zu investieren.
- Silber: War mit einem Anstieg von 2,41 % auf 62,40 USD/toz der stärkste Wert der Gruppe.
- Zink: Stieg um 1,82 % auf 3.549,60 USD/mt (ca. 93,34 Millionen VND/Tonne).
- Kupfer: Stieg leicht um 0,08 % und hielt sich bei 622,88 UScents/lb.
Hintergrund in Vietnam: Der heimische Metallmarkt beobachtet das Bauxit-Projekt von Duc Giang Chemicals (DGC) in Dak Nong im Wert von 57.000 Milliarden VND nach Anpassungen der Planung. Dies ist ein wichtiges Signal für die Bergbau- und Nichteisenmetallverarbeitungsindustrie auf lange Sicht.
GRUPPE: Energie
Die Energiepreise schwankten in einer engen Spanne, bergen jedoch aufgrund der Angriffe auf die Energieinfrastruktur im Kriegsgebiet das Risiko von Preissteigerungen.
- Rohöl der Sorte Brent: Stieg um 0,42 % und schloss die Woche bei 72,10 USD/bbl (ca. 1,89 Millionen VND/Barrel).
- Rohöl der Sorte WTI: Stieg um 0,11 % auf 68,76 USD/bbl.
- US-Erdgas: Sank leicht um 0,46 % gegenüber dem Monatsdurchschnitt und notierte bei 3,21 USD/mmbtu.
- Kohle: Stieg um 0,23 % auf 128,80 USD/mt.
Auswirkungsanalyse: Die russischen Treffer auf das Hauptquartier in Saporischschja und die ukrainischen Angriffe auf den Luftwaffenstützpunkt auf der Krim haben Befürchtungen über eine Unterbrechung der Energieversorgung aus der Schwarzmeerregion geweckt. Der Anstieg der Ölpreise wird jedoch durch die globalen Wirtschaftsaussichten, die noch keinen wirklichen Durchbruch erzielt haben, gebremst.
GRUPPE: Lebensmittel
Der Lebensmittelmarkt verzeichnete stabile Preise an den internationalen Börsen, doch in Vietnam trat ein „Paradoxon“ bei den Lebenshaltungskosten auf.
- Rindfleisch: Stieg um 0,87 % auf 329,85 BRL/kg (entspricht ca. 1,36 Milliarden VND/Tonne).
- Schweinefleisch: Stieg um 0,54 % auf 93,85 USD/lbs (ca. 5,44 Millionen VND/Tonne).
- Geflügel: Blieb absolut stabil bei 7,20 BRL/kg.
Auf dem vietnamesischen Markt: Obwohl die inländischen Kraftstoffpreise in letzter Zeit kontinuierlich gesunken sind, stagnieren die Lebensmittelpreise auf den lokalen Märkten und in Supermärkten. Der Hauptgrund hierfür wird in den hohen Logistikkosten und den Zwischenhändlern gesehen, die den Rückgang der Kraftstoffpreise noch nicht zeitnah widerspiegeln.
Die bemerkenswertesten Rohstoffe der Woche
- Silber (+2,41 %): Stärkstes Wachstum dank der Kombination aus industrieller Nachfrage und der Stimmung als sicherer Hafen.
- Zink (+1,82 %): Positive Entwicklung, da die industrielle Produktion Anzeichen einer leichten Erholung zeigt.
- Kakao: Hält sich über 5.000 USD/mt, was 25 % über dem Monatsdurchschnitt liegt und auf eine anhaltende Angebotskrise hindeutet.
Prognose und Empfehlungen für die kommende Woche (06.07.2026 - 12.07.2026)
Trendprognose:
- Metallgruppe: Setzt den Aufwärtstrend fort, wenn die Spannungen zwischen Russland und der Ukraine keine Anzeichen einer Entspannung zeigen. Gold könnte neue Widerstandsniveaus testen.
- Energiegruppe: Der Preis für Brent-Öl wird voraussichtlich in der Spanne von 70-75 USD/bbl schwanken. Neue EU-Sanktionen oder Reaktionen der OPEC+ müssen genau beobachtet werden.
- Agrargruppe: Aufgrund der Erntezeit in einigen Regionen könnte ein leichter Preisdruck entstehen, aber hohe Transportkosten werden den Rückgang der Einzelhandelspreise bremsen.
Zu beobachtende Risiken:
- Logistikkosten: Vietnamesische Unternehmen müssen Notfallpläne für steigende Seefrachtraten erstellen, da diese die Liefertermine und Inputkosten beeinflussen.
- Wechselkursschwankungen: Finanz- und Steuerpolitiken (wie die Bereitstellung von Kundendaten durch Banken an die Steuerbehörden) könnten den Cashflow der Investoren beeinflussen.
- Geopolitik: Jede Eskalation im Nahen Osten oder in Osteuropa könnte dazu führen, dass die Rohstoffpreise innerhalb weniger Stunden „tanzen“.
Empfehlung: Import- und Exportunternehmen sollten langfristige Transportverträge abschließen, um Frachtratenschwankungen zu vermeiden. Investoren in Edelmetalle sollten angesichts der unvorhersehbaren Entwicklungen des Krieges eine sichere Gewichtung in ihrem Portfolio beibehalten.
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